Ingolstadt, 07.12.2012, von Rainer Straszewski

Haus explodiert – Ingolstädter Hilfsorganisationen im Großeinsatz

In den frühen Morgenstunden gegen 3 Uhr explodiert ein Einfamilienhaus. Nach Rücksprache mit der Einsatzleitung löst der Leiter des Ingolstädter Ortsverbands des Technischen Hilfswerks Vollalarm für den Ortsverband aus. Auch die anderen Hilfsorganisationen sind alarmiert, so dass neben Polizei, Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und THW auch Helfer der Rettungsdienstorganisationen sowie der Leitende Notarzt (LNA) und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL) eingesetzt sind. Insgesamt sind rund 145 Einsatzkräfte aller Organisationen und Behörden vor Ort.

Einem nicht alltäglichen Einsatz sehen sich die Ingolstädter Hilfsorganisationen am 07.12.2012 ausgesetzt. In den frühen Morgenstunden gegen 3 Uhr explodiert ein Einfamilienhaus. Nach Rücksprache mit der Einsatzleitung löst der Leiter des Ingolstädter Ortsverbands des Technischen Hilfswerks (THW) mit der Meldung „Brand im Wohnhaus, Person in Gefahr“ Vollalarm für den Ortsverband aus. Zusätzlich wird der Baufachberater des THW Neuburg hinzugezogen, so dass das THW nach kurzer Zeit mit 25 Helfern zum Einsatzort ausrückt.

 

Auch die anderen Hilfsorganisationen sind alarmiert, so dass neben Polizei, Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und THW auch Helfer der Rettungsdienstorganisationen sowie der Leitende Notarzt (LNA) und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL) eingesetzt sind. Insgesamt sind rund 145 Einsatzkräfte aller Organisationen und Behörden vor Ort.

 

Aufgrund Gasaustritts wird auch der örtliche Versorgungsbetrieb angefordert, um die Gasleitung zu sperren und so die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten.

 

Die Pressebetreuung wird federführend durch die Pressestelle des Polizeipräsidiums wahrgenommen, denn schon nach kurzer finden sich Pressevertreter der unterschiedlichen Medien (Zeitung, Radio, TV) am Einsatzort ein.

 

Die Anwohner und Helfer werden durch das „Kriseninterventionsteam“ des Bayerischen Roten Kreuzes während des Einsatzes betreut.

 

Die Lage beim Eintreffen des THW ergibt folgendes Bild: ein Einfamilienhaus in einem engbebauten Wohngebiet ist explodiert und eingestürzt, die Trümmer brennen. Auf der Straße und den benachbarten Grundstücken liegen Trümmerteile verstreut. Einige der angrenzenden Häuser sind beschädigt, viele Fenster und Türen sind zerborsten oder aus ihren Angeln gehoben, Dachziegel wurden von den Dächern gedrückt.

 

Die Einsatzleitung, die ihre Führungsstelle in Einsatzleitcontainern der Berufs- und einer benachbarten Werkfeuerwehr einrichtet, ordnet zunächst die wichtigsten Löscharbeiten an. Ferner werden vier Rettungshundeteams des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) eingesetzt, um den Trümmerkegel des Gebäudes abzusuchen – noch immer wird eine Person in den Trümmern vermutet.

 

Das THW ist in dieser ersten Phase des Einsatzes mit dem Ausleuchten der Einsatzstelle, dem Beseitigen von Trümmern mit schwerem Gerät (Bergungsräumgerät und Ladekran) sowie verkehrsleitenden Maßnahmen im Auftrag der Polizei beauftragt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Beseitigung mehrere Bäume, um die Zufahrt der schweren Bergungsgeräte zum Trümmerkegel zu ermöglichen. Darüber hinaus fungiert der Baufachberater des THW als ständiger Berater der Einsatzleitung; das Gebäude ist nach wie vor vom Einsturz bedroht und ist als solches eine ständige Gefahrenquelle für die Einsatzkräfte.

 

Da das Gebäude aufgrund der Einsturzgefahr durch die Einsatzkräfte nicht betreten werden kann, versucht sich die Einsatzleitung von der Drehleiter der Feuerwehr aus einen Einblick in das Haus zu verschaffen. Auch so kann der Vermisste nicht gefunden werden, so dass ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera eingesetzt wird. Dieser kann eine Person im ersten Obergeschoss des Hauses erkennen. Durch den Einsatz eines Geländeteleskopgabelstaplers kann diese Person schließlich tot geborgen werden.

Während der gesamten zweiten Einsatzphase flammen immer wieder Glutnester auf, so dass die Feuerwehr ständig nachlöschen muss.

 

Um sicherzugehen, dass sich zum Zeitpunkt der Explosion nicht noch weitere Personen im Haus befanden, wird die Einsatzstelle abschließend nochmals durch die Rettungshunde durchsucht.

 

Während ein großer Teil der Hilfsorganisationen den Einsatz am frühen Abend beenden kann, geht die Arbeit für das THW weiter: zum einen werden die letzten Trümmerteile zur Seite geräumt und das Gelände abgesperrt. Zum anderen zeigen sich in einem der Nachbarhäuser Risse in Fassade und Kellerdecke. Hier empfiehlt der Baufachberater eine provisorische Gebäudeabstützung, bis an einem der Folgetage eine umfassende Gebäudebegutachtung erfolgen kann.

 

Gegen 22 Uhr – nach 18 Stunden Einsatz bei winterlichen Temperaturen – rücken die THWler (eingesetzt waren der Technische Zug sowie die Fachgruppe Räumen) in ihre Unterkunft ein und beenden einen – zum Glück eher seltenen – Einsatztag.


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