Ingolstadt, 01.07.2017, von Rainer Straszewski

Nachwuchsretter im Dauereinsatz

„Einsatz für das Rettungszentrum Ingolstadt“ schallt es durch die Flure des Ingolstädter THW. Retter mit Helm und Jacke sprinten zu ihren Fahrzeugen und warten gespannt auf ihren Einsatzauftrag. Nach einem Unwetter kam es zu Verwüstungen. Während eine Gruppe zu einem umgestürzten Baum, der eine Straße versperrt, losbraust, geht es für eine andere Gruppe zu einem überfluteten Keller. Diese und andere Einsatzszenarien mussten die 30 Junghelfer der Feuerwehren Lenting, Hepberg und Stammham, sowie des Ingolstädter THW, im Rahmen des 24 Stundenaktionstags abarbeiten.

Die Jugendgruppen der vier Hilfsorganisationen veranstalten seit 2004 einmal jährlich ihren Aktionstag. Ziel ist es, die Jugendlichen der unterschiedlichen Organisationen schrittweise (und gemeinsam) an die Arbeit der Feuerwehren und des THW heranzuführen. Und dies nicht nur theoretisch oder bei Ausbildungsabenden. In 24 Stunden (von Samstag 8 bis Sonntag 8 Uhr) hatten die Jugendlichen auch dieses Jahr wieder viele spannende Aufgaben zu bewältigen.

Die Jugendlichen werden hierzu in vier Gruppen eingeteilt. Hierbei wurden THWler und Feuerwehrler kunterbunt gemischt und einem der Löschfahrzeuge bzw. dem Gerätewagen des Ingolstädter THW zugeordnet. Die Jugendbetreuer übernahmen jeweils die Funktionen der Gruppenführer.

Höhepunkt war die Schauübung am Samstag Nachmittag an der Mailinger Sportgaststätte. Es wurde ein Brand angenommen. Realistisch vernebelt und unter interessierten Blicken vieler Eltern und Zuschauer mussten die Junghelfer Verletzte aus dem Keller retten.

Dr. Christian Lösel, Oberbürgermeister von Ingolstadt sparte nicht mit Lob und Bewunderung für den Helfernachwuchs: „Ihr könnt es vielleicht noch nicht komplett nachvollziehen, aber euer ehrenamtliches Engagement ist für unsere Gesellschaft von besonderer Bedeutung“, so Lösel. „Und auch wenn es für euch ein Hobby ist und in eurer Freizeit abläuft, so ist das eine nicht unerhebliche Zusatzbelastung neben der Schule. Hierfür möchte ich euch ganz herzlich danken“.

Nach erfolgreichem Abschluss der Rettungsarbeiten ging es kurz zurück zur THW Unterkunft, wo es zunächst das heißt erwähnte Abendessen (Burger) zu verspeisen gab. Getan war die Arbeit für den Tag damit noch nicht: um 22 Uhr wurden die Nachwuchsretter zu einem Großbrand alarmiert. Die Kameraden der Hepberger Feuerwehr hatten ganze Arbeit geleistet und ein Übungshaus auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Hepberg in Brand gesetzt. Die Jugendlichen hatten alle Hände voll zu tun, als sie Wasserversorgung sicherstellen, die Eisatzstelle ausleuchten und das Feuer löschen mussten.

Hatten die Jugendbetreuer gehofft, dass nach einem derart voll gepackten Tag in der Unterkunft bald Ruhe einkehren würde, hatten sie sich getäuscht: mehr als eine Mütze Schlaf gönnten sich die Jugendlichen nicht…

Der eine oder andere wird dies im Nachgang sicher bereut haben, trommelten die Jugendbetreuer ihre Schützlinge doch bereits um 6 Uhr wieder raus aus ihren Feldbetten. Eine 400 Meter lange Strecke musste ausgeleuchtet werden.

Nach 25 Stunden war der diesjährige Aktionstag am frühen Sonntag schließlich vorbei und die Jugendlichen konnten – ausgepowert, aber glücklich – ihren Eltern übergeben werden.

Fazit?

Der diesjährige Tag war der 13. seiner Art. Und es werden auch in den nächsten Jahren noch viele Aktionstage folgen; denn hier übt der Nachwuchs das, was auch für die Aktiven in den Technischen Zügen (THW) und Löschzügen (Feuerwehr) an der Tagesordnung ist: die Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen. Und all das mit Spaß und Begeisterung. Was will man mehr?


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